..:: Holzpantoffel ::.. Freitag, 9. Mai 2008
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Holzpantoffel

In Holland zieht man sich "Klompen" für das Gewächshaus an, der österreichische Landwirt geht mit "Töfflern" in den Stall und in Norddeutschland stapft man mit "holten Tüffeln" über den Deich.

In Österreich sind sie auch als "Tschockl" bekannt, und im Spreewald waren sie - meist von Hand hergestell - früher die alltägliche Fußbekleidung.  Etwas moderner klingt schon "Clogs". Nun wird jeder wissen, wovon hier die Rede ist. Ja, genau! Vom guten alten Holzpantoffel.

Wer mitte der Siebziger schon auf eignenen Beinen stehen konnte, der weiß mit Sicherheit vom Tragegefühl der hölzernen Teile. Zu jener Zeit war der holländische Fußschutz oder jener im skandinavischen Stil bei Jung und Alt ganz en vogue. Zum verdruss vieler damals, denn das nicht zu überhörende klappernde Geräusch der Sohlen raubte so manchem den letzten Nerv. Der "Clog-Hype" nahm Anfang der Achtziger bei den Jugendlichen derart überhand, dass sich Schulen wegen der Lärmbelästigung sogar gezwungen sahen, das Tragen dieses harten Schuhwerk zu verbieten.

Auch wenn die Autoritäten der Holzpantoffel drückte, die Träger tat und tut er dies keineswegs. Entgegen aller Vermutungen sind diese Naturprodukte nämlich nicht nur unendlich robust, weshalb sie in metallbearbeitenden Betrieben bis zur Jahrhundertwende als Arbeitskleidung vorgeschrieben waren. Sie sind auch sehr bequem und pflegeleicht, wenn man beim Kauf einige Dinge beachtet:
Die Füße sollten im Schuh - so empfehlen es die Hersteller - nach allen Seiten genügend Spielraum haben, zumal sie meist in dicken Socken stecken.
Ganz praktisch: Wenn im Einzelfall der Holzpantoffel noch drücken sollte, kann mit einer Holzraspel die Passform verbessert werden.

Für die Produktion von Holzpantoffeln wird das Holz des Ahorn, der Erle und der Pappel verwendet. Beim typischen Holzpantoffel werden die in der Regel aus Leder bestehenden Oberteile mit Krampen an der Holzsohle befestigt.

Auf die Spuren des Pantoffelmachers kann man sich in der Pantoffelmacherwerkstatt des Museum Malchim begeben. Mit viel Liebe zum Detail wurde ein Ausstellungsraum in der Stadtmühle eingerichtet.

  

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